Gesundheit nachhaltig fördern – Krankheitsquoten in der Altenpflege senken

Die Krankheitsquote von Pflegekräften in der Altenpflege ist im deutschlandweiten Branchenvergleich der Krankenkassen dauerhaft hoch. Pflegeeinrichtungen müssen handeln und wie Albert Einstein schon sagte: „Es wäre ein Wahnsinn zu glauben, dass sich etwas ändert wenn man alles beim Alten lässt.“

Auf Basis eines wirksamen Qualitätsmanagementsystem hat Ingerose Hill, Inhaberin der Beratungsfirma SAdQ – Stressfrei Arbeiten durch QM – und Kooperationspartnerin von Arbeit im Gleichgewicht, das Konzept Integratives betriebliches Gesundheitsmanagement in Pflegeeinrichtungen erfolgreich umgesetzt. Ziel des Konzeptes ist es Gesundheit und Leistungsfähigkeit im Unternehmen langfristig und nachhaltig zu erhalten. Geplantes und strukturiertes Vorgehen ist was Gesundheitsmanagement von betrieblicher Gesundheitsförderung unterscheidet (statt bloßer Gesundheitsaktivismus – Badura, 1999).

Wichtig bei der Umsetzung sind:

  1. Integration – Gesundheitsförderung wird bei allen wichtigen Entscheidungen und in allen Unternehmensbereichen berücksichtigt
  2. Partizipation – Einbeziehung der gesamten Belegschaft
  3. Projektmanagement – Maßnahmen und Programme werden systematisch durchgeführt
  4. Ganzheitlichkeit – Maßnahmen sind verhaltens- sowie verhältnisorientiert

Wie das funktioniert? Hier eine Erfolgsgeschichte

In einer Altenpflegeeinrichtung mit 110 stationären Pflegeplätzen und 100 Mitarbeitenden in Baden Württemberg wurde dieses Konzept mit Hilfe von Fördergeldern aus dem Europäischen Sozialfond im Rahmen der Initiative unternehmenswert:Mensch in 8 Monaten erfolgreich umgesetzt.

Die Ausgangssituation

Hohe Fluktuation, eine Krankheitsquote von 11,74% und 5384 Mehrarbeitsstunden führten in der Projekteinrichtung zu qualitätsbezogenen und wirtschaftlichen Defiziten. Die Unternehmensleitung musste unverzüglich handeln und engagierte Ingerose Hill, TQM- Auditorin, Expertin für betriebliches Gesundheitsmanagement und autorisierte Beraterin für das ESF-Projekt unternehmenswert:Mensch .

Das Projekt beginnt

In einer ersten Bestandserhebung fiel auf, dass mitarbeiterbezogene Regelungen im bestehenden Qualitätsmanagementsystem fehlten oder nicht umsetzt waren. In der Kommunikationsmatrix festgelegte Teambesprechungen fanden nur sporadisch statt. Vom Kostenträger vereinbarte Personalschlüssel wurden durch Versäumnisse im Einstufungsmanagement nicht voll ausgeschöpft.

Besonders erschreckend zeigte sich, dass die krankheitsbedingten Fehlzeiten innerhalb von 8 Monaten, ausgehend von der letzten Erhebung, um weitere 8% gestiegen waren.
Die Altersstrukturanalyse zeigte einen prognostizierten Anstieg des Medianalters der Mitarbeitenden von aktuell 47,5 Jahren in zwei Jahren auf 51.0 und in 5 Jahren auf 54.0;
15 Mitarbeitende erreichen das Rentenalter.

In einer anonymisierten Mitarbeiterbefragung ermittelte sogenannte weiche Faktoren wie Zufriedenheit, psychische und physische Beanspruchungen und Belastungen vervollständigten die ganzheitliche Datenanalyse der betrieblichen Personal- und Gesundheitssituation.

Mitarbeitende als Experten

  • In Kleingruppen erarbeiteten Mitarbeitende als Experten ihres eigenen Arbeitsplatzes – und der Situation Lösungsvorschläge zu erkannten Verbesserungspotentialen.
  • Von den zusammengefassten Ergebnissen ausgehend erfolgte im interdisziplinären Team die Projektplanung zu übergeordneten Themen wie Kommunikation, Konfliktbewältigung, Wertschätzung, arbeitsplatzbezogene Ausstattung, Arbeitsorganisation und ungeplante Ausfallzeiten, mit Terminen und Zeitschienen.
  • Ein Handlungsplan mit Auslöser, Maßnahme, Priorität, Verantwortung, Termin und Überprüfungstermin gewährleistete die planmäßige Umsetzung eingeleiteter Maßnahmen.

Was erhält Menschen gesund?

Im begleitenden Workshop zur Salutogenese (Gesundheitsentstehung) nach dem Modell von Aaron Antonovsky lernte das Team die Grundprinzipien für gesundes Arbeiten – Verstehbarkeit-Handhabbarkeit- Sinnhaftigkeit – kennen und für sich einzusetzen.

Weitere Aktionen- warum und weshalb?

  • In bestehende, relevante QM-Prozesse integrierte gesundheitsfördernde Aspekte führen zu Kontinuität und Nachhaltigkeit.
  • Betriebliches Eingliederungsmanagement, Rückkehr- und Fehlzeitengespräche beeinflussen positiv das Fehlzeitenverhalten der Mitarbeitenden.
  • Einführung eines flexiblen, mitarbeiter- und bewohnerorientierten Arbeitszeitmodells mit einer Bandbreitenregelung für Teilzeitkräfte (feste Arbeitszeit plus flexiblen Anteil) für planbare Arbeitsspitzen und ungeplante Ausfallzeiten fördert Mitarbeiterzufriedenheit und gibt Planungssicherheit.
  • Professionelle Begleitung der Auszubildenden vergrößert die Chance Pflegefachkräfte aus eigenen Reihen zu rekrutieren.
  • Geplantes Pflegestufenmanagement korrigiert den Personalschlüssel nach oben.

Last but not least – wir bleiben fit

  • Jede Teambesprechung beginnt mit Ausgleichsübungen nach der BGW- Vorlage „Muntermacher“.
  • Geplante Befragung und Ermittlung individueller Interessen der Mitarbeitenden an betriebliche gesundheitsfördernde Programme.
  • Aufnahme gesundheitsfördernder Maßnahmen ins jährliche Schulungsprogramm.
  • Durchführung von Gesundheitstagen mit Unterstützung der Krankenkassen und Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege.

Es lohnt sich neue Wege zu gehen

Der Erfolg gibt dem Konzept recht und kann sich sehen sehen:
√  Krankheitsbedingte Ausfallzeiten in Lohnfortzahlung sanken in der Projekteinrichtung von 11,74% auf 4,54%;
√  Mehrarbeitsstunden sanken von 5384,15 auf 2852.
√  Die altersbedingt freigewordene Stelle einer Wohnbereichsleitung wurde intern neu besetzt.
√  In 25 durchgeführten Personalentwicklungsgesprächen meldeten 3 Mitarbeitende betriebsnotwendige Weiterbildungswünsche an.
√  Daten zur Mitarbeiterzufriedenheit, Akzeptanz und Teilnahme an gesundheitsfördernde Maßnahmen werden zum Jahresende erhoben.

businesscare für Altenpflege

Sabine Horn, Inhaberin von Arbeit im Gleichgewicht und Ingerose Hill, SAdQ – Stressfrei Arbeiten durch QM – haben gemeinsam businesscare für Altenpflege weiterentwickelt. businesscare für Altenpflege ist ein ganzheitliches Konzept für integratives Gesundheitsmanagement und Resilienzförderung speziell in der Altenpflege.
Frau Horn und Frau Hill waren bisher auch Fachberaterinnen des Programms unternehmensWert:Mensch, das ab August 2015 in vielen Bundesländer neu aufgelegt wird. Beide Beraterinnen lassen sich derzeit Re-Autorisieren, so dass  businesscare für Altenpflege im Rahmen dieses Programms finanziell gefördert werden kann.

Sie sind interessiert?

Wir stellen Ihnen gerne unser Beratungs- und Entwicklungsprogramm businesscare für Altenpflege vor und erstellen Ihnen ein individuelles Angebot.

Vereinbaren Sie mit uns einen Termin:
Telefon (069) 43057878    E-Mail info@arbeit-im-gleichgewicht.de

Weitere News