Präsentismus kann teuer werden

Viele kommen täglich zur Arbeit, trotzdem sie krank oder frustriert sind und innerlich bereits gekündigt haben. Dieser Präsentismus tritt mindestens ebenso häufig auf wie Absentismus durch Arbeitsunfähigkeit. Unternehmen und Organisationen können hohe Kosten wegen Arbeitsunfähigkeit und Präsentismus der Mitarbeitenden sparen, wenn sie die Auswirkungen von Restrukturierungen und die Symptome für Stress und Konflikte im Unternehmen ernst nehmen und handeln.

Die Symptome und was steckt dahinter?

Im Unternehmen/in der Organisation wird umstrukturiert oder stehen andere dringend erforderliche Veränderungen an, doch keiner macht so richtig  mit. Der häufige Personalwechsel im Team stresst. Der Konflikt zwischen Team und Führungskraft brodelt seit geraumer Zeit, doch niemand unternimmt etwas dagegen. Statt dessen ist zu beobachten, dass die Anzahl der krankheitsbedingten Fehltage ansteigt, auch bei leistungsstarken Mitarbeitenden. Oder dass die Stimmung im Team immer gedrückter wird und mehr übereinander als miteinander geredet wird. Einige Mitarbeitende ziehen sich immer mehr zurück, andere reagieren deutlich aufbrausender als sonst üblich. Zunehmend gute Fachkräfte verlassen das Unternehmen/die Organisation. Der gewünschte Erfolg bleibt aus.

Verdeckte Konflikte, Stress und hohe Krankheitskosten entstehen häufig dort, wo sich Mitarbeitende über- oder unterfordert fühlen. Im Stressreport Deutschland 2012 wird berichtet, dass Merkmale wie ‘Arbeiten an der Grenze der Leistungsfähigkeit’ oder ‘nicht Erlerntes/Beherrschtes wird verlangt’ in Zusammenhang mit hohem Präsentismus steht. Besonders häufig gehen Beschäftigte krank zur Arbeit,  die die Zusammenarbeit mit ihren Kollegen als eher schlecht empfinden und berichten selten oder keine Unterstützung von Kollegen und Vorgesetzten zu bekommen.

Mangelnde Wertschätzung , fehlende Kommunikation, Arbeitsverdichtung durch Stellenabbau oder fehlende Ressourcen wie Zeit oder Geld sind häufige Auswirkungen um notwendige Veränderungen zukunftsorientiert und nachhaltig durchführen zu können.  Kommt dazu, dass offene Stellen nur noch befristet besetzt und Personallöcher mit Aushilfen oder Zeitarbeitenden “gestopft” werden, führt das langfristig zu Mehrbelastungen. Der damit einhergehende häufige Personalwechsel kostet viel Zeit, Geld und wertvolle Energie. Für die Mitarbeitenden bleiben kaum Handlungs- und Entscheidungsspielräume, da die Belastungen ständig zunehmen. Viele Fühlen sich wie der Hamster im Laufrad und sehen kein Licht am Ende des Tunnels.

Diese Situationen und deutschen Unternehmen und Organisationen spiegelt sich in dem jährlich erhobenen Gallup Engagement Index wieder. Demnach haben 2011 23 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland innerlich bereits gekündigt und 63 Prozent machen Dienst nach Vorschrift. Lediglich 14 Prozent der Beschäftigten sind emotional an ihren Arbeitgeber gebunden und setzen sich gerne und freiwillig für dessen Ziele ein.

Dauerstress macht krank

Die Bewältigung der täglichen Arbeit unter solch widrigen Umständen führt bei vielen Mitarbeitenden zu Dauerstress und der wiederum zu gesundheitlichen Belastungen. Zum Beispiel wirkt sich Dauerstress negativ auf das Immunsystem aus. Das heißt unter anderem, dass die Anfälligkeit für Infektionskrankheiten und die damit verbundenen Ausfallzeiten deutlich höher sind.

Eine Sache der Bewertung

Restrukturierungen sind ohne Zweifel  immer wieder notwendig. Dabei dürfen die Auswirkungen auf die Belastungs-, Beanspruchungs- und Gesundheitssituation der Beschäftigten allerdings nicht aus den Augen verloren werden. Veränderung führen bei Menschen zu ganz unterschiedlichen Reaktionen. Sie führen aber immer dazu, dass die Betroffenen die neue Situation ganz individuell bewerten. Dabei orientieren sie sich an ihren Grundhaltungen und Grundbedürfnissen. Wir alle kennen die Frage: „Ist das Glas halbvoll oder halbleer? Gehen Sie mit einer optimistischen Grundhaltung durch das Leben, oder blicken Sie eher pessimistisch drein?“ Entscheidend ist, wie die Betroffenen die Situation bewerten und welche Grundbedürfnisse bei ihnen im Vordergrund stehen.

Kommt es durch die individuelle Bewertung der Situation bei Führungskräften und Mitarbeitenden zu Widersprüchlichkeiten, entsteht Stress. Werden deren Grundbedürfnisse dauerhaft nicht mehr erfüllt, kommt es zu den oben genannten Symptomen wie zunehmend ungelöste Konflikte, Resignation, Krankheit, Absentismus, innere und äußere Kündigung.

Mit businesscare Veränderungen nachhaltig gestalten

Der Stressreport Deutschland 2012 empfiehlt, dass Unternehmen und Organisationen ihre Restrukturierungsprozesse professionell und mit praxistauglichen Konzepten begleitet werden. Es geht darum, die Betroffenen einzubinden, ihre individuellen Empfindungen ernst zu nehmen und sie zu unterstützen und zu stärken, damit sie mit den Veränderungssituationen selbstverantwortlich umzugehen lernen.

Wollen Sie, dass Ihre Mitarbeitenden widerstandsfähiger werden und mit Veränderungen selbstverantwortlich umgehen? Wollen Sie Ihr Unternehmen fit für die Zukunft und demografiefest machen? Wir liefern Ihnen mit businesscare das entsprechende Beratungs- und Trainingsknowhow.

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